Du bist in Ordnung, Junger Pfalzbau!

Wie vor einigen Wochen bereits angekündigt, ging es am Wochenende nach Ludwigshafen in das Musical »Du bist in Ordnung, Charlie Brown«.

Nun haben mein Lieblingsmensch und ich ein Problem. Wir haben beruflich beide mit dem Bereich Eventorganisation bzw. Eventtechnik sowie Design zu tun. Wir bekommen Apps, Broschüren und leere Bühnen hingestellt und fügen einen Schuss Funktionalität, Usability und Ästhetik hinzu. Wir sind Optimierer.

Das Problem dabei ist, dass sich dieses Optimierungsdenken nur schwer abschalten lässt. Mir fallen dazu spontan zwei Dinge ein.

Erstens, dieser Cartoon:

Zweitens, eine Anekdote.
Vor einiger Zeit stand meine Mutter in einem Fahrstuhl. Sie wurde irgendwann etwas nervös, da der Mann neben ihr sie die ganze Zeit etwas seltsam beäugte. Irgendwann hielt er es nicht mehr aus und sagte zu meiner Mutter: »Entschuldigen Sie, dass ich Sie die ganze Zeit so anschaue. Aber ich bin Optiker – und Ihre Brille sitzt ein bisschen schief. Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich Ihre Brille kurz richte?«

Was ich sagen will: Meinem Freund und mir fällt es schwer, Veranstaltungen voll und ganz zu genießen. Es erfordert Selbstbeherrschung, nicht ständig auf Dinge hinzuweisen, die man selbst anders gelöst hätte. Und wenn wir uns nicht zusammenreißen, können wir für Unbetroffene unter Umständen eine etwas anstrengende Gesellschaft sein.

Wir haben im Pfalzbau deswegen versucht darüber hinwegzusehen, dass laut Internet der Einlass um 18.00 Uhr sein sollte – weshalb wir uns von einem schönen Abendessen bei der Familie losgeeist haben, um letztlich 50 Minuten im Foyer darauf zu warten, dass die Saaltür erst um 18.50 Uhr geöffnet wurde.

Mein Lieblingsmensch hat lediglich die Stirn gerunzelt wenn der Tontechniker seinen Einsatz verpasste. Und dezent den Kopf geschüttelt als er jenen »fragwürdigen Floorstand« entdeckte:

So geht Technik im Pfalzbau

Wir haben es weggeblinzelt, dass es in der Pause schon keine Brezeln mehr gab. Oder dass uns das Toilettenkonzept etwas merkwürdig erschien (1 Kabine für Damen, ca. 5 Kabinen zzgl. Pissoirs für die Herren).

Insgesamt war es nämlich eine sehr süße Inszenierung mit tollen Kostümen und überzeugenden Darstellern, welche die Charaktere der Peanuts sehr gut getroffen haben. Zugegeben, ich habe nicht viel Ahnung von Musik – es könnte also sein, dass ein Musikkenner zwei Reihen hinter mir regelmäßig zusammengezuckt ist. Aber aus meiner Sicht waren die Lieder und die Interpreten super – sodass wir noch versuchen darüber hinwegzukommen, dass es die Musik leider nur auf Englisch zu kaufen gibt.

Die Aufführung gab keine große, zusammenhängende Geschichte wider, sondern ähnelte einer Aneinanderreihung von geschauspielerten, kurzen Comic Strips. Wobei bei der Länge des Stücks eine Spannungskurve sicherlich nicht geschadet hätte. Das dachten sich vermutlich auch die Kinder, die insbesondere in der zweiten Hälfte etwas müde das Schauspiel verfolgten.

Alles in allem und ungeachtet von organisatorischen Details möchten wir den Darstellern des Jungen Pfalzbau daher zurufen: »Du bist in Ordnung, Junger Pfalzbau!«

Und mein Lieblings-Comicstrip der Peanuts bleibt weiterhin verzweifelten Stunden im Büro vorbehalten.

Charlie Brown ziert meine Büropinnwand

Gestatten, ich bin π, gesprochen: Pi. Allerdings zeitweise, wahlweise und Filterblasen-abhängig auch Friedi, Frieda oder gar Friederike. Geboren anno 1988 und aktuell in der Pfalz residierend. Beruflich beschäftige ich mich mit Pixeln, Papier und PR.

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1 Kommentar auf "Du bist in Ordnung, Junger Pfalzbau!"

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Andrea
Gast
Andrea

Mir geht es ebenso, wenn ich z.B. in Seminaren/ Filmfestival/ oder anderen Events sitze und die Moderatoren stellen nicht den Hauptredner (Regisseur, Hauptdarsteller) vor. Denken wohl, jeder kennt ihn (oder sie) und wir im Publikum denken: wer ist denn das? Vermutlich ist es normal, dass man seine berufliche Brille in der Freizeit nicht absetzen kann. Ein Perspektivenwechsel der Veranstwortlichen wäre sicherlich hilfreich :)

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