RT @littlewisehen: Kindergartenkind behauptet, es heisse "Pirschelbär" - Anruf bei Eltern ergibt: Der Junge heisst "Pierre-Gilbert"....
[21/01/2012]

Keine Panik!

Das Jahr 2008 scheint von Feiertagen nicht viel zu verstehen. In einer Zeit wie dieser, in der Burn-Out-Fälle keine Seltenheit mehr sind, sollte man doch meinen, dass man sich als arbeitender Mensch seine freien Tage verdient hat. Nichtsdestoweniger fällt dieses Jahr Christi Himmelfahrt auf den Maifeiertag, Muttertag auf Pfingstsonntag und der Handtuch-Tag auf einen Sonntag. Diesen Sonntag. Sozusagen heute.

Wer am 25. Mai ein Handtuch mit sich trägt, gedenkt nämlich dem 2001 verstorbenen Schriftsteller Douglas Adams. Adams’ wohl bekanntester Roman »Per Anhalter durch die Galaxis« beschreibt die verquere Geschichte eines Menschen namens Arthur Dent, der sich spontan in der Galaxis zurechtfinden muss, da die Erde in die Luft gesprengt wurde, um Platz für eine Hyperraumumgehungsstraße zu machen. Doch glücklicherweise ist Arthur in Begleitung von Ford Prefect, einem Reporter des Reiseführers Per Anhalter durch die Galaxis, der ihm gleich zu Beginn die zwei wichtigsten Lektionen zum Überleben mitgibt:

  1. Keine Panik!
  2. Trage immer ein Handtuch bei dir.

Die Wichtigkeit des Handtuches erklärt der Anhalter; wie folgt:

Ein Handtuch (…) ist so ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen kann. Einmal ist es von großem praktischem Wert – man kann sich zum Wärmen darin einwickeln, wenn man über die kalten Monde von Jaglan Beta hüpft; man kann an den leuchtenden Marmorsandstränden von Santraginus V darauf liegen, wenn man die berauschenden Dämpfe des Meeres einatmet; man kann unter den so rot glühenden Sternen in den Wüsten von Kakrafoon darunter schlafen; man kann es als Segel an einem Minifloß verwenden, wenn man den trägen, bedächtig strömenden Moth-Fluss hinuntersegelt, und nass ist es eine ausgezeichnete Nahkampfwaffe; man kann es sich vors Gesicht binden, um sich gegen schädliche Gase zu schützen oder dem Blick des Gefräßigen Plapperkäfers von Traal zu entgehen (ein zum Verrücktwerden dämliches Vieh, es nimmt an, wenn du es nicht siehst, kann es dich auch nicht sehen – bescheuert wie eine Bürste, aber sehr, sehr gefräßig); bei Gefahr kann man sein Handtuch als Notsignal schwenken und sich natürlich damit abtrocknen, wenn es dann noch sauber genug ist.

Was jedoch noch wichtiger ist: ein Handtuch hat einen immensen psychologischen Wert. Wenn zum Beispiel ein Strag (Strag = Nicht-Anhalter) dahinter kommt, dass ein Anhalter sein Handtuch bei sich hat, wird er automatisch annehmen, er besäße auch Zahnbürste, Waschlappen, Seife, Keksdose, Trinkflasche, Kompass, Landkarte, Bindfadenrolle, Insektenspray, Regenausrüstung, Raumanzug usw, usw. Und der Strag wird dann dem Anhalter diese oder ein Dutzend andere Dinge bereitwilligst leihen, die der Anhalter zufällig gerade »verloren« hat. Der Strag denkt natürlich, dass ein Mann, der kreuz und quer durch die Galaxis trampt, ein hartes Leben führt, in die dreckigsten Winkel kommt, gegen schreckliche Übermächte kämpft, sich schließlich an sein Ziel durchschlägt und trotzdem noch weiß, wo sein Handtuch ist, eben ein Mann sein muss, auf den man sich verlassen kann.

Was den Handtuch-Tag jedoch von Feiertagen wie beispielsweise dem Pi-Tag unterscheidet: er kann recht passiv gehalten werden.

Daher: Handtuch über die Schulter, den Sonntag genießen und keine Panik!

Weitere Links:
Towel Day – 42
Towel Day :: A tribute to Douglas Adams (1952-2001)
Douglas Adams
IMDb – The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy (Film)
IMDb – The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy (Serie)


Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis (The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy)
Auszug aus: Taschenbuchausgabe 09/2001, Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG, München, 2001; Seite 35-36. © Completely Unexpected Productions Ltd 1979. © 1981 by Rogner & Bernhard GmbH & Co.. Verlags KG Hamburg. Aus dem Englischen von Benjamin Schwarz